David Elias Eckel

Mit wem habt ihr es hier also zu tun?

Mit mir. Elias. Ein kleiner Biologe (B.sc.), Technik-Philosoph (M.sc.) und ungelernter, aber leidenschaftlicher Koch seit über zehn Jahren.

In meinem Studium der Biologie an der LMU München, damals noch mit großspurigen Plänen ein waschechter Wissenschaftler zu werden, habe ich begonnen meine Liebe zum Kochen und für die Natur zu kombinieren.

Am eindrucksvollsten ist mir der Kurs zur Artenvielfalt der Pflanzen und der botanische Bestimmungskurs in Erinnerung geblieben. Im Wald zu stehen und zu verstehen was um einen herum passiert, was man davon essen kann, benutzen kann, bewundern kann, das war ein Augenöffner für mich. Mit eben dieser Faszination habe ich mich dann den molekularbiologischen Prozessen im Zellinneren und der Genetik zugewandt und erleben dürfen, wie einfach und komplex zugleich unser Sein geschaffen ist. 

Seitdem gehe ich mit einem veränderten Blick durch die Welt und auch nach über zehn Jahren bin ich noch immer voller Erfurcht und Bewunderung für die Komplexität der Natur.

Von der Salicylsäure aus Weidenrinde bis zum betörenden Geruch der Nelkwurzel, vom herben Geschmack der Enzianwurzel bis zum überwältigenden Genuss von in Butter und Noilly Prat gebratenen Spitzmorcheln. Die Natur bietet uns unfassbar viel zum Genießen.

Seit ich damals lernen durfte, wie ich mich in der Natur zurechtfinde, gehe ich mit Leidenschaft zu jeder Jahreszeit in die Natur und suche, sammle oder genieße einfach nur, was ich finde.

Mein maändernder Lebensweg hat mich vom Studium der Biologie, zum Studium von Gesellschaft und Technologie, zum Pilzzüchten und zum Kochlehrer gebracht.

Ich durfte dreieinhalb Jahre Kochkurse rund um die Welt, als fest angestellter Kochlehrer bei der ArtCuisine in Münster geben und dabei die Vielfalt der Kunst der Lebensmittelbearbeitung im Detail kennenlernen und weitergeben.

Durch die Arbeit auf dem Münsteraner Wochenmarkt, meine ehrenamtliche Arbeit bei der Slow Food Youth in Münster und die wunderbare Synergie, die es in Münster gibt, bin ich zum lauten Verfechter von Nachhaltigkeit, Regionalität, Saisonalität und Qualität geworden. Auch wenn diese Begriffe im Moment in aller Munde sind und sich etwas verbrauchen, könnten sie mir nicht wichtiger sein.

Seit Jahren backe ich Sauerteigbrote und beginne in den letzten Jahren mit Leidenschaft alles zu Fermentieren was mir zwischen die Finger kommt. Ob es nun Schlehenblütenlimonade aus Wildhefen, Wasser- und Milchkefir zum Frühstück sind, ob die milchsauer eingelegten Gemüse oder der selbstgemachte Apfelessig und perlige Kombucha aus herbem Earl Grey, mir macht alles Spaß! Und gesund ist es allemal!

Wer durch Wildkräuter und Gemüse vom Biohof noch nicht genug Mikroorganismen aufnimmt, der bekommt mit fermentiertem Gemüse, Kombucha und Co erst recht die volle Ladung. Was früher fester Bestandteil unserer Nahrung war ist im industrialisierten Einheitsformat nicht mehr ausreichend vorhanden. Umso besser tut es dann, wenn die kleinen Helfer aus der eigenen Zucht kommen.

Unser Körper, unser Sein und unser Geist dankt es uns, die Abwechslung des Jahres und die Vielfalt der heimatlichen Gewächse abwechslungsreich aufzunehmen.